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Thermalbäder in Budapest

März 9th, 2012 Posted in Allgemein

Archäologie und Erholung in Budapest

BudapestAls europäische Hauptstadt hat Budapest Touristen, Erholungssuchenden und Archäologie Interessierten eine Menge zu bieten. Ein Besuch im Budapester Historischen Museum wird jeden Archäologen begeistern, und auch die historischen Thermalbäder der Stadt beeindrucken auf ihre ganz besondere Weise. Wer sich gerne im warmen und gesunden Wasser erholt und dabei zugleich stilvoll entspannen möchte ist wohl in Budapest mehr als sehr gut aufgehoben. In der ungarischen Hauptstadt sprudelt aus mehr als 120 heißen Quellen jeden Tag über 30.000 Kubikmeter besonders mineralstoffreiches Wasser. Dieses Wasser versorgt hier 21 Bäder mit seiner besonders hohen Qualität, wovon 10 Bäder, also gut die Hälfte, Heilbäder sind. Viele dieser Thermal- sowie Dampfbäder wurden in der Übergangszeit vom 19. Zum 20. Jahrhundert restauriert und sind häufig wahre, architektonische Sehenswürdigkeiten, die jeden Fan der Archäologie begeistern wird.

Geschichte der Thermalbäder

Die entspannende und der Gesundheit wohltuende Wirkung des mineralreichen Wassers dieser heißen Quellen nutzten bereits die Römer um 200 nach Christi Geburt. Damals hieß Budapest das römische Aquincum und hatte bereits 14 Thermen welche die römischen Bürger für Entspannung und Erholung nutzten. Mit dem Untergang des römischen Reiches gingen auch die Thermalbäder verloren. Erst zwischen dem 16. Und dem 17. Jahrhundert wurden unter der Besetzung der Türken hier wieder Thermalbäder eröffnet und genutzt, das können Archäologie Interessierte sich gern in Ausstellungen ansehen. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebten die Bäder einen wahren Höhepunkt und wurden zu monumentalen Repräsentativ-Bauten errichtet.

Gesellschaftliches

Die Thermalbäder Budapests sind bis heute von der orientalischen Badekultur geprägt und gelten daher auch als soziale Treffpunkte für die Menschen dort. Es kann also durchaus öfter vorkommen, dass Badegäste im Wasser eine Runde Schach spielen. Der Besuch im Bad hat hier etwa den gleichen Stellenwert wie bei uns zu Lande ein freundschaftliches Treffen in einem Café oder einer Kneipe. Die Thermalbäder in Budapest gehören zu den beliebtesten und wichtigsten Kurbädern ganz Europas. Dies liegt zum einen natürlich an dem besonders mineralstoffreichen und gesunden Wasser aus den vielen natürlichen Quellen dieses Ortes, aber auch nicht zuletzt an dem stilistischen und komfortablem Baustil. Besonders erwähnenswert ist hier zum Beispiel das Gellért-Bad, welches komplett im Jugendstil erbaut wurde und seine Badegäste unter anderem mit majestätischen Hallen beeindruckt. Hier kann man umgeben von hohen, verzierten Säulen und lichten Glaskuppeln sein Bad in vollen Zügen genießen.

Baden im Thermalbad

In den modernsten Bädern in Budapest erhält der Badegast ein Armband mit einem Transponder. Dieser Transponder-Chip hat alle Daten gespeichert, zum Beispiel den zugeteilten Spinnt, in dem man seine Sachen lagern kann, die bezahlten Zusatzbereiche und er registriert auch die Länge der genutzten Badezeit. In einigen Bädern ist im Schwimmbereich das Tragen einer Badekappe Pflicht. In den ausschließlichen Thermalbädern, die nur der Entspannung und Erholung dienen sollen, ist das Plantschen und Schwimmen unerwünscht. In den reinen Thermalbädern ist es in Budapest üblich, dass die Badegäste nach Geschlechtern getrennt die Bereiche nutzen und auch normale Badekleidung wird nicht gern gesehen. Stattdessen tragen die Badegäste eine Art Lendenschurz für den Schambereich oder auch mal gar nichts.

Beispiele bedeutender Bäder in Budapest

Rudas-Bad

Das Rudas-Bad wurde um 1550 begründet und stetig weiter ausgebaut. Es befindet sich direkt an der Donau am Rande des Berges Gellért und ist heute ein großer Komplex mit mehreren verschiedenen Bereichen. So besitzt es unter anderem ein Dampfbad, ein Hallenschwimmbad, eine Physiotherapieabteilung mit Bewegungs- und Wannenbäder im Heilwasser, und eine Fachärztliche Betreuung zur Rheumatologie. Den Mittelpunkt des Rudas-Bad bildet das 1566 umgebaute Thermalbad, welches sich noch heute nahezu im Originalzustand aus dieser Zeit befindet. Von acht roten Marmorsäulen wird eine 10 Meter breite Kuppel als Dach über einem achteckigen, von 3 Quellen gespeisten Mittelbecken getragen. In dem großzügigen Raum befinden sich weitere, kleinere Becken mit verschieden temperiertem Wasser. Bis 2006 war dieses edle Bad ausschließlich Männern der gehobenen Schicht vorbehalten.

Király-Bad

Das Király-Bad wurde 1565 von den Türken gebaut. Im Gegensatz zu den anderen Bädern wird es nicht von einer natürlichen Wasserquelle gespeist, sondern erhält seine Wasserversorgung aus den Quellen des Lukács-Bades. Dies war eine strategische Maßnahme der Türken um im Falle einer feindlichen Belagerung innerhalb der eigenen Festungswälle dennoch ein Bad nutzen zu können. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Bad schwer beschädigt und musste aufwendig wieder hergestellt werden. 1950 wurde es dann wiedereröffnet. Das Király-Bad ist immer abwechselnd an einem Tag nur für Männer und am darauf folgenden Tag nur für Frauen geöffnet. Heute bietet dieses Thermalbad auch zur Therapie der Bewegungs- und Verdauungsorgane Bewegungsbäder, Wannenbäder und Unterwasserstrahlmassagen mit Heilwasser an.

Gellert-Bad BudapestGellért-Bad

Das Gellért-Bad ist im Jugendstil erbaut und wohl das berühmteste Bad in ganz Budapest. Seine Quellen am Fuße des Berges Gellért wurden schon um 1300 nach Christus als so genanntes Hammam, also als türkisches Badehaus, genutzt. Das Bad in seiner heutigen Form wurde zusammen mit dem gleichnamigem Hotel 1918 neu eröffnet. 1927 wurde hier das weltweit erste Wellenbad eröffnet. Bei gutem Wetter kann das große Dach des inneren Hauptbeckens sogar geöffnet werden. Das großzügig angelegte Gellért-Bad bietet viele verschiedene Bereiche für Badegäste allen Alters an, so zum Beispiel das bereits genannte Wellenbad, ein Sprudelbad, ein Kinderbecken, Schwimmbecken, Thermal- und Dampfbäder, ein Bewegungsbad im Heilwasserbecken, ein Unterwasser-Traktionsbad, ein Kohlensäurebad, Unterwasser-Strahlmassage, Elektrotherapie und vieles mehr. Es ist eines der wichtigsten Kurbäder und für die Bereiche Rheumatologie und Pulmonologie wird eine fachärztliche Betreuung angeboten.

Széchenyi-Bad

Die Heißwasserquellen, welche dieses Bad speisen, wurden relativ spät, erst 1879 entdeckt. Es sind die tiefsten und auch heißesten Quellen in ganz Budapest. Das Wasser dieser Quellen hat eine Temperatur von erstaunlichen 75 Grad Celsius. Das Széchenyi-Bad ist bis heute eines der größten Badekomplexe in ganz Europa und wurde 2004 vollständig aber originalgetreu restauriert. Vom Baustil her erinnert die weitläufige Anlage eher an einen prunkvollen Palast und bietet unter anderem mit Saunen, Dampfbädern, Heißräumen, einem Strandbad, einer physiotherapeutischen Abteilung, ein Erlebnisbecken, Bewegungsbad mit Heilwasser und einiges mehr viel Abwechslung für jeden Besucher. Die Temperatur des Wassers der verschiedenen Becken schwankt dabei zwischen 16 und 40 Grad Celsius.

Alle diese Bäder in Budapest sind absolut sehenswert und durch ihre prunkvolle und stilvolle architektonische Bauweise für jeden, der sich für die Archäologie interessiert, äußerst beeindruckend. Wer sich gerne mal ein Bild von dieser Pracht des stilvollen Badens machen möchte sollte sich ruhig einmal Fotos dieser Bäder im Internet anschauen.

Bildquellenangabe: Helga  / Budapest / pixelio.de
Bildquellenangabe: Norbert Steinhaus  / Gellert-Bad / pixelio.de

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